



Du willst deine Wand gestalten, weißt aber nicht, wo du anfangen sollst?
Kein Stress - ich zeig dir, wie du deine Poster richtig kombinierst: harmonisch, spannend und immer mit Stil. Als Designerin und Poster-Expertin liebe ich Farben, Kontraste und clevere Kombinationen...und genau diese Tipps bekommst du jetzt von mir!
1. Farben kombinieren - so geht's
Beim Kombinieren von Postern hast du zwei sichere Wege: Entweder du bleibst in einer Farbwelt, also zum beispiel verschiedene Blautöne. Das wirkt harmonisch und ruhig. Ich persönlich setze am liebsten auf Komplementärkontraste: das sind Farben, die sich im Farbkreis direkt gegenüberliegen, wie Rot & Grün, Orange/Gelb & Blau/Lila. Das klingt erstmal gewagt aber genau das erzeugt eine tolle Energie, die eine Posterkombination wirklich interessant macht. Und Komplementärfarben verstärken sich gegenseitig, das heisst die einzelnen Farben wirken noch intensiver.
Ein klassischer Einstieg, der immer klappt: Ein Schwarz-Weiß-Poster als Basis, daneben ein Poster das entweder das Schwarz oder Weiß aufgreift und mit einer frischen Farbe kombiniert. Schwarz-Weiß ist neutral genug, um sich mit fast jeder Farbe zu vertragen – und stark genug, um nicht unterzugehen.
Susi's Profi-Tipp: Farben über Kreuz wiederholen. Zum Beispiel taucht im Beispiel unten der gelbe Farbton einmal als Hintergrundfarbe auf und dann nochmal im Dirndl in der Zeichnung. Das Auge folgt dieser Verbindung automatisch und erkennt es als stimmige Komposition - auch wenn die Designs sehr unterschiedlich sind. Gleiche Rahmen verstärken diesen Effekt nochmal deutlich. Und jetzt setzen wir dem noch einen drauf: Wegen unserer Leserichtung von links nach rechts landet man zuerst beim Spruchposter, liest den Text und wird dann vom Komplementärkontrast zwischen Gelb und Blau regelrecht zum nächsten Poster hinübergezogen. Dort entdeckt man das gelbe Dirndl und es macht im Gehirn ganz unterbewusst KLICK. Genau das macht diese Kombi so stimmig.
2. So wird deine Motivwahl harmonisch
Außerdem finde ich es wichtig, bei jeder Poster-Kombination einen gemeinsamen Nenner zu haben: zum Beispiel eine sich wiederholende Schriftart, einen Zeichenstil, ein Thema (zB in der Küche das Thema Italien oder auch Bayern), ähnliche Formen (zum Beispiel Streifen) in den Motiven, oder ganz einfach gleiche Rahmen.
Illustrationen und Textposter lassen sich wunderbar kombinieren – und das funktioniert in fast jeder Farbwelt. Die Kombi funktioniert so gut, weil beide Welten etwas anderes mitbringen: Die Illustration gibt Emotion und Wärme, der Text gibt Aussage und Witz. Zusammen erzählen sie mehr als jedes Poster für sich alleine. Ein Dackel-Poster neben einem bayerischen Spruch zum Beispiel - das ist kein Zufall, das ist eine kleine Geschichte an der Wand.
Wenn du mehrere Textposter kombinierst, achte auf die Textmenge pro Poster. Ähnlich viel Schrift sorgt für Ruhe. Drei Poster mit je einem ganzen Satz außen und nur zwei Wörtern in der Mitte, wie bei meinem „Ja Mei" Poster, funktioniert wunderbar. Der Kontrast lebt davon, dass Stil und Schriftart gleich bleiben.
Susi's Profi-Tipp: Achte außerdem auf die Ausrichtung der Motive: Eine Person oder ein Dackel sollte immer nach innen schauen – also zur Bildanordnung hin, nicht weg davon. Schaut die Figur nach rechts, gehört das Poster links außen. Sind Person und Dackel auf einem Poster, entscheidet die Figur die mehr Platz einnimmt.
3. Die Größenfrage
Verschiedene Formate kombinieren kann richtig toll aussehen – aber nur, wenn der Größenunterschied auch wirklich sichtbar und bewusst ist. Ein gutes Beispiel: A4 neben A3. Die Kantenlänge verdoppelt sich, der Unterschied ist klar ablesbar. Das wirkt gewollt. Wenn sich zwei Poster dagegen nur leicht in der Größe unterscheiden, sieht es schnell unbeabsichtigt und unprofessionell aus. Also: entweder gleich groß, oder mit klarem Sprung.
Und ganz wichtig: Lass deinen Postern beim Aufhängen genügend Platz rundherum, denn nur so können sie ihre volle Wirkung entfalten.
4. Die Menge macht's
Drei oder fünf Poster wirken oft spannender als zwei oder vier. Der Grund ist simpel: Bei geraden Zahlen vergleicht das Auge automatisch – links gegen rechts, oben gegen unten. Bei ungeraden Zahlen wandert es, sucht die Mitte, nimmt die Komposition als Ganzes wahr. Das fühlt sich lebendiger an.
Zwei Poster können trotzdem funktionieren – zum Beispiel wenn es zwei Motive aus der gleichen Serie sind, wie meine Dackelposter. Oder wenn Illustration und Textposter so klar unterschiedlich sind, dass der Kontrast selbst das Interesse erzeugt. Aber grundsätzlich gilt: Ungerade ist einfacher. Mein Lieblingsaufbau ist zum Beispiel außen zwei Illustrationen und in der Mitte ein Textposter. Das hat automatisch eine Mitte, einen Rhythmus - und sieht aus, als hättest du dir dabei was gedacht. Hast du ja auch.
5. Alles im Rahmen?
Ich sag's direkt: Ich würde Poster immer rahmen. Ein Poster ohne Rahmen wirkt schnell billig...egal wie schön das Motiv ist und egal wie gut die Druckqualität ist. Ein guter Rahmen wertet alles auf, gibt dem Poster Gewicht und macht aus einem Print ein echtes Kunstwerk an der Wand. Und: Rahmen finde ich immer hochwertiger als Posterleisten, am liebsten aus hochwertigem Holz.
Susi's Profi-Tipp: Falls du Rahmen im (schwedischen) Möbelhaus kaufst, achte unbedingt auf die Rahmen-Tiefe. Ein bisschen mehr Profil macht optisch einen riesigen Unterschied - flache Rahmen wirken schnell billig, egal wie schön das Poster dahinter ist. Das Gute: Auch bei IKEA gibt es Rahmen mit ganz unterschiedlichen Profiltiefen zu ähnlichen Preisen. Da lohnt sich der Vergleich.
Und gleich noch einer von Susi's Profi-Tipps: Wenn dein Rahmen spiegelt und das Motiv dadurch schwer zu sehen ist, nimm einfach die Glasscheibe raus. Du siehst dann direkt die Papiertextur...und bei hochwertigen Fine-Art-Drucken wie meinen Postern kommen die matte Oberfläche und die kräftigen Farben ohne Glas noch besser zur Geltung.
6. Was ich meinen Kunden immer sage
Ich erlebe das ständig in Kundengesprächen: Man geht lieber auf Nummer sicher und landet dann am Ende doch wieder bei einem Poster mittig überm Sofa. Langweeeeilig! Genau der Mut zum Mischen macht eine Wand wirklich besonders. Mein Versprechen als Designerin: Wenn du ein paar meiner Regeln befolgst, kannst du eigentlich kaum was falsch machen. Gleiche Rahmendicke als Fundament. Farben oder Stile wiederholen für Zusammenhang. Ungerade Anzahl an Postern für einen natürlichen Rhythmus. Und Illustration mit Textposter kombinieren für Leben an der Wand. Innerhalb dieser Leitplanken darfst du mutiger sein als du denkst - versprochen.
Susi's Profi-Tipp: Leg deine Rahmen auf Backpapier, fahre die Umrisse nach und schneide sie aus. Diese Schablonen legst du erstmal auf dem Boden aus und probierst verschiedene Anordnungen - erst wenn du zufrieden bist, klebst du sie an die Wand. So siehst du genau wie es aussehen wird, bevor auch nur ein Nagel in der Wand steckt.
Ich freu mich immer, wenn meine Poster nicht einfach nur irgendwo hängen, sondern wirklich wirken. Du hast jetzt alles was du brauchst, um das hinzukriegen. Such dir dein Lieblingsmotiv aus und trau dich!
Bereit für deine Galeriewand? Hier sind meine aktuellen Lieblinge




Servus, ich bin Susi
Designerin und vonSUSI Gründerin – über Gestaltung, Haltung und gute Laune.
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